Freitag, Juni 29, 2007

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wir haben Werbung für ROCKY BALBOA gemacht, hoffentlich die Vorfreude auf JOHN RAMBO angeheizt und dafür gesorgt, dass Steven Seagals DTV-Filme nicht unbemerkt vorbeirauschen. Obwohl unserer Fokus auf den goldenen Achtzigerjahren liegt, schlägt unser Herz dennoch auch für aktuelle Genrevertreter, die wir insofern versuchen zu berücksichtigen. Einen der letzten großen Helden der ausklingenden Achtziger haben wir aber in den letzten Monaten komplett vergessen: den langsam sterbenden, Unterhemden tragenden, unter Flugangst leidenden Working-Class-Hero John McClane. Er feiert dieser Tage seine Rückkehr in LIVE FREE OR DIE HARD bzw. STIRB LANGSAM 4.0, wie der Film bei uns relativ lieblos heißt.
Schon im Vorfeld der Veröffentlichung gab es heftige Kontroversen um diesen Film: Der Plan, ein hartes Stück Action für Erwachsene in ein Spektakel für Kiddies zu verwandeln, ließ sogar Hauptdarsteller Bruce Willis verzweifeln und deutliche Worte für solche Studiopolitik finden. Doch es kam wie es kommen musste: LIVE FREE DIE HARD ist in den USA mit dem PG-13-Rating versehen worden, dem Äquivalent zur Freigabe ab 12. Man kann darüber diskutieren, inwiefern es sinnvoll ist, einen Film für eine Zielgruppe zurechtzuschneidern, die keinerlei Beziehung zu dem Stoff haben dürfte - ein heute 13-Jähriger wurde 1994 geboren, in dem Jahr als John McClane zum letzten Mal tätig war (STIRB LANGSAM - JETZT ERST RECHT). Marktwirtschaftliche Erwägungen behalten in Hollywood gegenüber dem gesunden Menschenverstand leider jedoch immer die Oberhand und so ist der jugendfreie LIVE FREE OR DIE HARD nun eine Wirklichkeit, mit der man sich arrangieren muss.
Dass das möglich ist, beweist Vern mit seinem Review zum Film, der heute neu bei Ain't it cool News zu finden ist. Vern ist ein DIE HARD-Die Hard, der seinem Unmut über die Kiddiefication seines Lieblingsfilms schon im Vorfeld ordentlich Luft gemacht hat. Sein aktuelles Review mutet nun wie ein nicht für mögliches Rückzugsgefecht an: Auch wenn längst nicht alles Gold ist, was glänzt, so kommt er doch nicht umhin, dem Film zu bescheinigen gute Unterhaltung zu bieten und das beste aus der eigentlich hoffnungslosen Ausgangssituation zu machen. LIVE FREE DIE HARD ist seiner Meinung nach der beste Film, den man unter den gegebenen Umständen machen konnte. Das macht Hoffnung ...

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